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Die Kraft

Die Kraft

Die Karte Die Kraft ist der Karte Der Magier nicht unähnlich. Denn auch hier basiert die außerordentliche Stärke, die sie vertritt, auf einer tiefen, inneren, spirituellen Harmonie. Spielen bewusste und unbewusste Kräfte ineinander, so dass eine starke Einflusskraft möglich wird, werden der Mut und die Leidenschaft, wie auch die Lebenskraft Ausdruck der Versöhnung des vermeintlich zivilisierten Menschen mit seiner unbestreitbar vorhandenen animalischen Natur. Gemäß der allgemein gültigen Deutung dieser Karte ist es notwendig, alle Masken der Tugend abzulegen und seinen, zum Teil animalischen, Instinkten zu begegnen. Sinn dieser Begegnung ist es, sie liebevoll zu akzeptieren und mit Liebe zu „domestizieren“. So stehen uns nicht nur neue Eigenschaften zur Verfügung. Auch Kraftreserven lassen sich durch das Freisetzen der Urinstinkte aktivieren. Denn bisher haben wir diese Energie verwendet, um die Urinstinkte im Zaum zu halten und zu unterdrücken.

Auf der beruflichen Ebene verhilft uns die Karte Die Kraft dazu, unseren Aufgaben leidenschaftlich und voller Energie nach zu gehen. Mut und Unternehmungslust werden aufgezeigt. Diese können wir nur aufbringen, wenn wir körperlich in bester Form sind. So können wir in unseren beruflichen Vorhaben aufgehen und feststellen, da wir die Arbeit mit Begeisterung erledigen, dass uns ungeahnte Kräfte durchströmen. Dies ist der Beginn einer Phase mit einer besonderen Schaffenskraft, ungeahnter Motivation, die im gleichen Maße Freude und Gelingen nach sich zieht.

Die Karte Die Kraft besitzt eine alchemistische Symbolik. Diese lässt im Bereich des Bewusstseins auf bedeutsame Wandlungen erahnen. Denn in der Alchemie gilt der rote Löwe als Mittel, mit dem man niedere Stoffe in Gold verwandeln kann. Die Bedeutung für den Menschen heißt also, dass wir unsere Aufgabe, die Kräfte, die als niedere Instinkte bezeichnet werden, nicht zu verleugnen. Im Gegenteil sollen wir „Frieden mit ihnen schließen“. Nicht nur im Bereich des Bewusstseins ist es wichtig, dass wir unseren Intellekt mit der animalischen Natur der Urinstinkte kombinieren. Denn das Außerkraftsetzen der Feindschaft der Kräfte, das Erhalten der Kräfte, um sie lebendig zu halten und das Hinaufheben dieser Kräfte auf eine höhere Ebene und ihre damit möglicher Einsatz zu unserem höheren Wohle, verleiht uns unendlich große und vielseitig einsetzbare Kraftreserven.

Diese Karte profitiert von einem großen Leidenschaftsaspekt. Dieser kommt im Bereich der persönlichen Beziehungen am besten zum Tragen. Es wird auf Beziehungen hingewiesen, die vor Leidenschaft nur so sprühen. Sie sind gekennzeichnet von großer Lebendigkeit, manchmal heißen Temperament und, wenn es gerade an der Zeit ist, auch von dramatischen Auftritten. Partnerschaften, die sich derart zeigen, sind ein Ort der Kraft. Denn aus einem solch lebendigen Alltagsleben können wir jede Menge Kraft schöpfen, sodass wir jeden Tag vollständig regeneriert und gestärkt neu beginnen können. Nur ganz seltene Fälle sind bekannt, in denen sich diese Kraft gegen die Partner dieser Beziehung gerichtet hat.

Ihre Entsprechung findet diese Karte im I-Ging in dem Hexagramm 26 – Da Tschu – Des Großen Zähmungskraft. In diesem Hexagramm wird das Schöpferische, der Himmel, durch das Stillehalten, den Berg, besänftigt, gezähmt. Auch im I-Ging finden wir hierzu mehrere Bedeutungen: Festhalten eines Gedanken im Sinne von Beisammensein. Festhalten eines Gedanken im Sinne von Zurückhalten. Festhalten eines Gedanken im Sinne von Pflege und Ernährung. Es zeugt von Stärke und Weisheit, mit anderen Menschen zusammen zu sein und Gedanken auszutauschen. Ebenso stärkt es den Menschen, wenn er nicht jeden gedachten Gedanken auch aussprechen muss. Auch Diskutierfreudigkeit kann den Menschen schwächen. Wer andere Menschen pflegt und sie mit Nahrung versorgt, warum auch immer sie dieser Betreuung bedürfen, ist ebenfalls ein starker Mensch bzw. wird durch diese Arbeit stärker, aber auch demütiger dem Schicksal gegenüber.