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Die Hohepriesterin

Die Hohepriesterin

Die Hohepriesterin spricht unser Innerstes an: Alle unbewussten Kräfte, das Feingespür, das Ahnungsvermögen, das in uns schlummert, sowie die Gewissheit, die niemand erklären kann, die aber so tief verwurzelt in uns lebt. Diese Karte ist der Schlüssel, den wir benötigen, um zu den geheimnisvollen Wahrheiten zu gelangen, die vom logischen Verstand nicht zu greifen sind. Wahrheiten, die wir Menschen aussprechen, dass weiß die Hohepriesterin genau, können niemals die endgültige Wahrheit sein. Nimmt man ihre lichte Seite in Augenschein, so findet man Geduld, Verständnis, Nachsicht, Güte sowie die Fähigkeit und die Bereitschaft zu verzeihen. Als Heilerin, Helferin und Seherin setzt sie die Kräfte zum Wohle aller ein. Doch sie hat auch eine Schattenseite. Diese entspricht dem Archetyp der „dunklen Schwester“, der Hexe. Beide nutzen die Macht ihrer Seelenkräfte, um anderen in die Irre zu führen, sie zu lähmen oder ihnen Schaden zu zufügen. Für gewöhnlich jedoch wird die helle Seite dieser Karte bei einer Deutung hervorgehoben. Traditionell wird sie als eine Schutzkarte verwendet, derer es 3 gibt. Kombiniert man diese Ansicht mit der Aussage der christlichen Mythologie, so verleiht sie Unverletzbarkeit.

Für unsere berufliche Ebene gibt es zwei Wege die Karte Die Hohepriesterin zu deuten: Der Tätigkeitsbereich, der ihr zugeschrieben wird, entspricht dem Thema des Fragestellenden. So werden die Themenbereiche der Therapie und Heilung sowie das Spirituelle und Esoterische konkret genannt. Die zweite Möglichkeit zeigt die Haltung auf, die wir in unserer Tätigkeit annehmen sollen. So ist es empfehlenswert, dass wir an unserem Arbeitsplatz mehr Offenheit und Geduld an den Tag legen. Aufgaben, Impulse sowie Anregungen sollten wir als positive Kritik annehmen, überprüfen und eventuell durchführen. Hierbei sollte dennoch unbedingt auf unsere innere Stimme geachtet werden. Sehen wir uns in der Lage, diese Eigenschaften besonnen einzusetzen, so bergen sie das Glück bringende Gefühl des Geführtwerdens mit sich. Jedoch ist es wichtig, diese Eigenschaften im Zaum zu halten. Es droht ansonsten Ausuferung, Launenhaftigkeit, Unberechenbarkeit oder Aggressionen.

Auch auf der Ebene des Bewusstseins werden wir in eine Phase geführt, in der das Unbewusste und die Bilder der Seele mehr Aufmerksamkeit benötigen. Schöpferische Phantasien und Träume, aber auch die Schätze, die in der Tiefe unseres Unbewussten schlummern, warten darauf, geborgen zu werden. Durch Die Hohepriesterin können wir den Schleier lichten. Die Belohnung dafür ist das Auftauchen längst vergessenen Wissens. Ist es erst einmal ans Tageslicht gekommen, so haben wir ausreichend Zeit, es neu zu entdecken und auszuprobieren. Eine Unterscheidung zwischen Gut und Böse, Schwarz und Weiß gibt es nicht auf dieser Ebene. Aus diesem Grunde ist es notwendig, da wir nicht wissen, welchen Typus wir in unserem Gegenüber finden, dass wir uns auf die Botschaften unserer Tiefe, auf unser Bauchgefühl, unsere Instinkte verlassen können.

Vollkommen auf die lichte Seite der Hohepriesterin können wir uns im Bereich der Beziehungen verlassen. Verständnis, tiefe Zuneigung, Nähe, Seelenverwandtschaft, Feingefühl, Fürsorglichkeit im Umgang mit den Menschen sind die prägenden Fähigkeiten, die Die Hohepriesterin offenbart. Auch steht sie für ein unsichtbares Band, das uns mit dem Partner verbindet. Darauf können wir fest vertrauen. Doch nicht nur in einer Partnerschaft steht diese Karte für Verbundenheit. Auch Singles finden durch diese Tarotkarte eine tiefe Zufriedenheit in ihrem Status. Denn trotz eines zufriedenen Lebens gibt ihnen Die Hohepriesterin die Option, für neue Begegnungen offen zu sein. Auch hier gilt es wieder, der inneren Stimme Gehör zu schenken.

Die Entsprechung des I-Ging finden wir im Hexagramm 2 – Kun – Die natürliche Antwort oder Das Empfangende. Indem wir darin das exakte Gegenstück des Schöpferischen, 1, finden, können wir sagen, dass sich diese beiden bestens ergänzen. In dieser Karten finden wir das Prinzip des Geistes, das die Natur ergänzt. Himmel gegenüber Erde, das Räumliche gegenüber dem Zeitlichen, das Weibliche / Mütterliche gegenüber dem Männlichen / Väterlichen. Jedoch bedarf es dem einen, damit sich der andere vollständig entfalten kann. Ohne die geistige Komponente ist der Schöpfungsprozess nicht vollziehbar.