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Der Tod

Der Tod

Wie im wirklichen Leben auch beschäftigt sich die Tarotkarte Der Tod mit dem Ende. Die Deutung befasst sich mit Abschied, mit dem Loslassen bekannter Größen und eventuell auch mit den dazugehörigen Schmerz. Der positive Aspekt dieser Karte ist, dass jedem Ende wieder ein Anfang folgt. Es wird Platz geschaffen, um dem Neuen einen Raum zu geben, ohne den es sich nicht entwickeln kann. Auch wenn wir zunächst nur das Ende vor Augen haben, sollten wir nicht vergessen, dass dieses auch eine zwar schmerzhafte, aber vielleicht bereits langersehnte Befreiung darstellen kann. Dies ist sowohl in Hinblick auf den tatsächlichen Tod als auch auf viele Alltagssituationen bezogen. In der Arbeitswelt, in Beziehungen – überall können derartige Situationen entstehen. Jedoch zeigt uns die Karte Der Tod das natürliche Ende an. Es ist also an der Zeit loszulassen. Im Gegensatz dazu finden wir bei der Karte 10 der Schwerter ein willkürlich herbeigeführtes, vorzeitiges Ende. Der Tod ist unwiederbringlich mit dem Leben verbunden. Ein ewiger Kreislauf. Jedoch ist es in der heutigen Zeit eine Unart geworden, sich vom Tod abzuwenden, ihn vom Leben abzutrennen und sich ausschließlich diesem zu widmen – mit allen Vor- und Nachteilen. Genau genommen jedoch kann das Leben ohne Tod nicht existieren. Zu bewältigen ist also die Verbindung zwischen den beiden – die Furcht!

Wird eine Frage über das berufliche Umfeld gestellt und die Karte Der Tod gelegt, so bedeutet dies, dass die Zeit auf diesem Arbeitsplatz vorbei ist. Ein Wechsel ist notwendig. Dies kann eine andere Position im gleichen Unternehmen, ein Karrieresprung oder ein tatsächlicher Wechsel des Arbeitgebers bedeuten. Dieser Wechsel kann ruhig durchdacht werden. Wichtig ist zunächst, sich innerlich von dem momentanen Arbeitsplatz zu verabschieden. So können wir uns überlegen, was folgen soll. Nichts wird überstürzt. Der Abschied von dieser Position kann ruhig und friedlich vorgenommen werden. So kann ein Gefühl der Erfüllung die Situation überstrahlen.

Auch auf der Bewusstseinsebene wird uns durch Der Tod aufgezeigt, dass ein Phase, ein Entwicklungsprozess dem Ende zu strebt. So ist es nun an uns, die alte Identität oder ein alt eingeprägtes Weltbild aufzugeben. Jedoch handelt es sich hierbei nicht um Einstellungen, Ansichten oder Überzeugungen, die unserem eigenen Selbst entsprungen sind. Vielmehr handelt es sich um übernommene Werte, die wir, oft kritiklos, von unseren Eltern, Erziehern und anderen Vorbildern übernommen haben. Auch Masken, die wir zu unserem eigenen Schutz aufgesetzt haben, oder selbsterstellte Profile können gemeint sein. Wenn nun die Zeit gekommen ist, sie abzunehmen, dann ist dies notwendig, um dem wahren Gesicht, dem wahren Selbst eine Möglichkeit zu geben, ans Licht zu kommen und sich zu entfalten.

Nehmen wir unsere persönlichen Beziehungen in Augenschein, so benennt Der Tod das Ende einer Entwicklungsphase. Sehr häufig ist ein Abschied von unseren bisherigen Weggefährten damit verbunden. Es ist eine schmerzhafte Erfahrung, keine Frage. Doch gibt es keinen Grund, deshalb vor ihr davon zu laufen. Vor dem Abschied kann sich niemand drücken. Eine Flucht kommt auch nicht in Frage, will man nicht verflucht sein. Wenn wir jedoch unseren Begleitern für die gemeinsame Zeit danken, ihnen ein freundschaftliche Adieu mit auf den Weg geben, haben alle Beteiligten die Möglichkeit, ihren Frieden mit dieser Situation zu schließen und diesen Frieden im Herzen mit zu nehmen.

Das I-Ging hat eine Entsprechung für diese Tarotkarte im Hexagramm 59 – Huan – Die Auflösung gefunden. Scheint es zunächst in seiner Deutung um aufgestauter Lebensenergien zu gehen, so stellt man schnell fest, dass diese Metapher auf alle Lebenssituationen übertragbar ist. Es ist die Sanftheit, mit der die gestauten Energien befreit und auseinander gefegt werden. Um jedoch die verschiedenen Phasen des Lebens mit dieser Sanftheit beschließen zu können, bedarf es insbesondere der Auflösung des Egoismus. Können wir diesen bewältigen, wird es uns leicht fallen, die kommenden Situationen und Phase anzunehmen, zu akzeptieren. Dies gilt auch für den endgültigen Tod, für das Schließen des Lebenskreislaufes. Zur Bewältigung des Egoismus rät das I-Ging zur Anwendung religiöser Kräfte. Diese können in Form von Gottesdiensten, Opferhandlungen und ähnlichem vollzogen werden. Wichtig ist der stetige Kontakt zu den Ursprüngen des Lebens.