info

Der Teufel

Der Teufel
Der Teufel hat viele Gesichter. Daher ist es nicht einfach, ihn in einer Legung deuten zu können. Denn er ist für viele andere Tarotkarten die dunkle Entsprechung: Für den Magier (1) stellt er den Schwarzmagier dar. Der Hohepriesterin (II) und dem Hohepriester (V) dient er als dunkle Seite, als das Scheinheilige, als den Teil der Seele, der dem Materialismus verfallen ist. Aber auch als Machtkampf und Lüsternheit der Liebenden (VI) und der Bestechlichkeit der Gerechtigkeit (XI) legt er viele Auftritte an den Tag. Die nicht beherrschbare Gier der Kraft (VIII), die Maßlosigkeit als Gegenseite des Maß (XIV) sowie die Herrschaft über viele Teile der Mondlandschaft (XVIII) gehören zu seinem Repertoire. Doch egal, worum es geht: Der Teufel zeigt uns in jedem Fall, dass wir uns die Finger verbrennen können, wenn wir mit dem Feuer spielen. Dies bedeutet nichts anderes, als dass wir auch mit den Schattenseiten unseres Selbst in Berührung kommen, lassen wir uns mit der Karte Der Teufel ein.

In Fragen zu unserer beruflichen Situation kann Der Teufel oft in der Legung vorkommen. Schließlich stellt er unsere Integrität, unsere Loyalität, aber auch unsere mentale Stärke, unsere Überzeugungen und alle guten Vorsätze in Frage. Nutzen wir bei Geschäftsabschlüssen die Unwissenheit unseres Geschäftspartners aus? Lassen wir uns aufgrund von Gutgläubigkeit benachteiligen? Es können auch ernsthaft Herausforderungen auf uns zu kommen: Werden unsere grundlegenden Überzeugungen in Frage gestellt, indem wir Aufgaben erledigen sollen, die nicht rechtens sind? Dies kann der Umgang mit Waffen, Drogen oder anderen Straftaten sein. Es ist an uns, standhaft zu bleiben. Doch besteht die Gefahr, den aufgetragenen Job aufgrund des Geldes zu übernehmen. Die Versuche des Teufels, unser Gewissen zu beruhigen, sind einfach: Wenn Du es nicht machst, macht es halt jemand anderer.

Kommen wir auf der Bewusstseinsebene mit Der Teufel in Berührung, ist die Zeit gekommen, zu der wir mit der dunklen Seite unseres Seins in Verbindung treten. Durch diese Erfahrungen werden wir uns unserer Abhängigkeit, der nicht vorhandenen Freiheit bewusst. Das Alltägliche wird von allen Seiten beleuchtet. Nichts bleibt verborgen. So kommen verborgene Laster ans Tageslicht, ebenso das Schäbige, das wir so mühevoll verborgen haben. Hierzu gehören Alltagslügen, Kleptomanie, Fress- und Genusssucht, Unzuverlässigkeiten aller Art. Sind wir von fixen Ideen besessen, wird auch dies durch Der Teufel an die Oberfläche geholt. Der Teufel ist der Spiegel unserer Seele.

Sowohl positiv als auch negativ erscheint Der Teufel in unseren persönlichen Beziehungen. Natürlich ist seine leidenschaftliche, sensitive Art betörend. Doch es handelt sich eher um ein Spiel mit dem Feuer, als um eine ernst gemeinte Beziehung. Kommt es zu dieser, so ist immer noch Vorsicht geboten. Zu schnell kann die ursprüngliche Leidenschaft in Besessenheit, Tyrannei, Hörigkeit, Erpressung und Lüsternheit umschwenken. Es ist also Achtsamkeit geboten, sollte Der Teufel in der Legung zu einer Beziehungsfrage gelegt werden.

Das I-Ging fordert uns hinsichtlich seiner Entsprechung, Hexagramm 36 Ming I – die Verfinsterung des Lichts, auf, standhaft zu bleiben und uns nicht mitreißen zu lassen. Dies kann erreicht werden, indem man nach außen hin nachgiebig und biegsam erscheint, im Inneren jedoch licht und beständig ist. Doch Achtung: Die Beständigkeit muss verborgen gehalten werden. Kommt sie ans Tageslicht, so wird sie sichtbar und somit angreifbar. Im Verborgenen dagegen kann sie ruhig agieren, wie es notwendig ist.