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Der Narr

Der Narr

Das Kind in uns – genau dies zeigt uns die Tarotkarte Der Narr. Spontaner Neubeginn und vorurteilsfreie Offenheit sind seine bevorzugten Fähigkeiten. Wie wir staunend jeden neuen Bereich des Lebens entdecken, ohne dass uns feste Erwartungen die Freude verderben können, ohne dass wir bereits wissen, was auf uns zu kommt und wie wir es bewältigen können – das ist der Ausdruck kindischer Unbekümmertheit und Lebensfroher Sorglosigkeit, so wie ihn uns Der Narr zeigt. Das kindliche Gemüt, dass er uns aufzeigt, steht auch für Leichtigkeit, Naivität, Verspieltheit, Schlichtheit, aber n. auch für die kindliche Dummheit. Sind wir auf der Suche, wird uns eine schlichte, aber weise Einsicht am Endes des Weges empfangen. Auch wenn Der Narr mit dem Schalk eines Till Eulenspiegeln durchaus mithalten kann, darf man nicht vergessen, dass Der Narr der einzige aufrichtige Bedienstete am Hofe der ehemaligen Könige und Kaiser war. Doch auch Offenheit und Ehrlichkeit sind für ihn kein Fremdwort. Diese beiden Eigenschaften werden genauso offen gezeigt wie die anderen.

Neue Erfahrungsbereiche werden im beruflichen Gebiet betreten. Auch wenn wir für diese keine großen Vorkenntnisse mitbringen, ermöglichen es die Neugierde und überaus große Bereitschaft, diese Aufgaben zu meistern. Denn wir wollen lernen, wir wollen uns ohne Vorbehalte mit allen Notwendigkeiten des neuen Bereiches vertraut machen. Allerdings müssen wir uns einen Raum für die anfänglichen, inkorrekten Ergebnisse offen halten. Doch dies ist bei neuen Aufgaben normal, solange es sich in einem vernünftigen Rahmen handelt. Sind jedoch unsere Leichtsinnigkeit und unsere Naivität für Fehlverhalten verantwortlich, so sollte abgebremst werden. Es ist von tiefer Bedeutung, dass sich bei längerer Bearbeitung des neuen Gebietes auch weise Einsichten einstellen. Es geht nicht um Oberflächlichkeiten wie irreführende Versprechungen und ähnliches. Nur die tiefe Einsicht kann uns zur Zufriedenheit und Erfüllung im Beruf geleiten.

Jede Erkenntnis beginnt mit einem Staunen, sagt Platon. Genau dies ist die Grundaussage auf der Bewusstseinsebene. Sei es ein Ausdruck kindlicher Unbeschwertheit oder geistiger Unreife, sei es der Inbegriff von tiefer Erkenntnis und unendlicher Lebensklugheit. Nur weil ein Narr über eine gewisse Weisheit verfügt, bedeutet dies nicht, dass er tatsächlich ein Weiser ist. Vielmehr geht es darum, sich die Unbeschwertheit eines Kindes auch im Laufe unseres Lebens zu bewahren. Das heißt nicht, dass keine Erfahrungen gemacht, keine Erkenntnisse aufgenommen werden dürfen. Im Gegenteil ist es ohne diese nicht möglich, selber zur tiefen Einsicht, zu einem Wandel unseres Bewusstseins zu kommen. Doch müssen diese kindlichen Fähigkeiten mit jedem Erkenntnisschritt unserem Bewusstsein angepasst werden. Nur so ist es möglich, ohne große Umwege, aber auch ohne Abkürzungen den Weg zum Ziel zurück zu legen.

Unsere lebenslustige, fröhliche Seite zeigt uns der Narr im Bereich der persönlichen Beziehungen. Gibt man darauf Acht, dass diese Seite von uns nicht in die Verantwortungslosigkeit oder die Unzuverlässigkeit umschwenkt, kann er für unbekümmerten Umgang mit seinen Mitmenschen stehen. Fröhlich, lebendig, hilfsbereit steht er für eine unkomplizierte Gemeinschaft, in der man sich vorbehaltlos begegnen kann. Gerne wird Neues entdeckt. So entdeckt man entweder eine neue, frische Beziehung oder erlebt eine Auftriebsphase in der bestehenden.

Das I-Ging hält ein analoges Hexagramm bereit: 25 – Wu Wang – Die Unschuld.
Wir haben es hier mit dem Gesetzmäßigkeiten der Schöpfung zu tun. So kommt es durch Wu Wang dazu, dass das Ursprüngliche, das Echte, weder durch Gedanken noch durch Hintergedanken dazu, dass wir uns von der degenerierten Natur, dem führerlosen Geist, trennen müssen, damit wir ein zufriedenes Leben führen können. Es ist wichtig, seine Gedanken zu kontrollieren und in möglichst natürlicher Form, ohne Hintergedanken, äußern zu können, auch wenn sie unbeabsichtigt und unerwartet waren. Das Natürliche jedoch, das Ursprüngliche sollen wir versuchen, uns zu bewahren. Denn sie sind ein Teil unseres Bewusstseins, auch wenn sich dieses weiterentwickelt.