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Der Mond

Der Mond zeigt sich im Tarot als eine der geheimnisvollen Karten. Sie führt zeigt uns den Weg in die Dunkelheit, in die Nacht. Diesen zugehörig sind die Bilderwelt der Seele, unsere Ahnungen, alle Sehnsüchte und Träume.

Doch der Mond hat auch eine helle Seite, die die von der Sonne beschienen wird. Sie steht für die positiven Träumen, für eine lebhafte Fantasie und für ein starkes Empfindungsvermögen. Wird diese Karte im Tarot gezogen, so beschäftigt sie sich im Normalfall mit der dunkeln Seite. Denn diese versuchen wir stets zu verbergen. Niemand soll sie sehen. Die dunkle Seite unserer Seele befasst sich mit Ängsten, Unsicherheiten, Albträumen, dunklen Ahnungen. Ebenso lässt sie uns erahnen, welche Schrecken mit dem Unsichtbaren, dem Nichtgreifbaren verbunden sein können. Es ist die Art von Angst, die man beim Durchschreiten eines nächtlichen Waldes spürt. Während man ihn bei Tageslicht sorglos durchstreift, kann die Dunkelheit ihn so verändern, dass er uns das Grauen lehrt. Hat man in alten Zeiten Dämonen und Geister gefürchtet, sehen die heutigen Hirngespinste anders aus. Sie tragen Namen wie Viren, Bakterien, saurer Regen und Becquerel.

Wird Der Mond in Bezug auf das berufliche Umfeld gelegt, haben wir es mit einer Fülle von Schwierigkeiten zu tun. Angst und Unsicherheit am Arbeitsplatz, aber auch um den Arbeitsplatz, tiefsitzende Prüfungsängste, Panik davon, keine (neue) Anstellung finden zu können, aber auch die unterschwellige Frage, ob wir tatsächlich den richtigen Beruf ergriffen haben. Mit all diesen Fragen, so irrational sie auch sein mögen, befasst sich der Mensch, dem Der Mond im Tarot gelegt wird. Die Angst kennt viele Gesichter und auch viele Tricks und Kniffe. So ist es nur schwer möglich, ihr zu entrinnen. Hat man sie an einer Stelle besiegt, taucht sie auf der anderen Seite auf und sagt erneut Hallo. Ihr endgültig die Wurzeln zu kappen gelingt nur auf einem einzigen Weg: Wir müssen die Tiefen unseres Seins ergründen und uns unserem wahren Selbst stellen. Es muss akzeptiert werden. Wir müssen mit ihm verschmelzen. Genau an diesem Punkt ist es erreicht: Die Angst ist ihrer Existenz beraubt und kann uns nicht länger mehr etwas anhaben.

Besonders im Bereich unseres Bewusstseins zeigt sich die Chance, die die Tarotkarte Der Mond aufzeigt. Doch sollte nicht vergessen werden, dass jeder Gang in die Tiefe, auch wenn es sich dabei um die Seele, um das eigene Sein handelt, Gefahren birgt. Viele Bilder wurden im Laufe unseres Lebens bereits abgespeichert. Nicht alle von ihnen sind positiv behaftet. Dennoch werden sie sich auf der Reise in die Tiefe zeigen. Sie wollen absolute Aufmerksamkeit. Sie wollen weiter mit unserem Selbstbild verhaftet bleiben. Doch genau dies ist die Aufgabe: Ihnen kurze Beachtung zu schenken, um sie dann gehen zu lassen. Auch wenn sie Erfahrungen tragen, ist es an uns, diese Erfahrungen zu unseren Gunsten einzusetzen, sie zu wandeln. Es kann hierfür manchmal notwendig sein, um Hilfe von erfahrenen Therapeuten an zu nehmen, um nicht von den Schreckgespenstern unseres Innersten überwältigt zu werden. Doch der Weg lohnt sich. Denn sind sie erst einmal gebannt, haben wir alle Möglichkeiten unseres eigenen Selbst wieder vollständig zur Verfügung, sodass wir in Zukunft die helle Seite des Mondes leben können.

Wirklich romantische Gemüter finden sich in dieser Tarotkarte wieder, wenn es um Frage hinsichtlich der persönlichen Beziehungen geht. Romantik in all seinen Facetten wird durch Der Mond wieder gespiegelt: Sehnsucht, Gefühle, Träume und Luftschlösser. Sie alle entstehen durch die Kraft des Mondes. Und sie bringen auch Unsicherheit und Angst mit sich. Verletzbarkeit, Eifersucht, aber auch Verlustängste zeigen in diesem Bereich die dunkle Seite auf. Mit ihrer Hilfe können wir in die Tiefe tauchen und alte, längst vergessene Erfahrungen aufdecken und sie korrigieren, heilen.

Der Mond findet seine Entsprechung im I Ging mit dem Hexagramm 29 – Kan, das Abgründige, das Wasser. Oben wie unten stellt sich die gleiche Gefahr. Durch die dauernde Begegnung mit dieser entsteht ein Gewöhnungseffekt. Uns wird die Möglichkeit gegeben, die Handhabung der Gefahr, aber auch der positiven Effekte zu lernen. Denn dies geschieht, wenn man ihr immer und immer wieder begegnet. Man lernt, seine inneren Dämonen zu hand haben. Stellt man sich ihnen nicht und kontert mit andauernden Ausweichmanövern, so werden sie die Kontrolle übernehmen. Und weitere Ängste und Schreckgespinste entstehen.